(15.08.2007) Hochtief PPP Solutions wird in Frankfurt am Main vier Schulen auf Basis eines Public Private Partnership (PPP-)Vertrags planen, finanzieren, bauen und betreiben. Wie das Unternehmen bekannt gab, hat der Vertrag mit einer Laufzeit von 20 Jahren ein Volumen von etwa 260 Mio €. Hochtief investiert zirka 106 Mio € in die Baumaßnahmen. Unter der Führung von Hochtief PPP Solutions sollen die Baumaßnahmen durch Hochtief Construction ausgeführt und der Betrieb anschließend von Hochtief Facility Management übernommen werden. Hochtief konnte damit den Vertragsschluss für ein Projekt melden, dem nach kontroversen Diskussionen und einer Vergabebeschwerde zuletzt Verzögerungen gedroht hatten (EUWID 13/2007).
Nach Irritationen über interne Abläufe im Rahmen des PPP-Pilotprojekts „Bildungszentrum Ostend“ hatte es im Vorfeld der Vergabeentscheidung zum aktuellen Projekt erneut Kritik am Verfahren gegeben. So sei den Zentralämtern der Stadt zu wenig Zeit für die Prüfung des Projekts gegeben worden, hieß es im Juni. Auch wurde von Seiten des Revisionsamtes die Belastbarkeit des Wirtschaftlichkeitsvergleichs in Frage gestellt, nachdem zunächst die Datengrundlage des Vergleichs und insbesondere die Berechnungen zur Eigenregie-Variante nicht hinreichend erläutert worden seien.
Durch die PPP-Lösung spare die Stadt nach eigenen Berechnungen etwa 15 Prozent der Kosten, die im Falle einer Eigenerledigung der Aufgabe angefallen wären, heißt es seitens Hochtief. Das Projekt umfasst die Sanierung der Carl-von-Weinberg- und der Heinrich-Kleyer-Schule sowie den Neubau der Freiherr-vom-Stein-Schule und des Bildungs- und Kulturzentrums Höchst (BiKuZ). Letzteres beherbergt außerdem die Volkshochschule, die städtische Gesellschaft Saalbau GmbH sowie die Stadtteilbibliothek. Insgesamt werden an den vier Standorten etwa 5 500 Schüler unterrichtet.
Bereits in den Sommerferien stellt nun die Hochtief-Tochter Streif-Baulogistik Pavillons für den Interimsbetrieb auf, in denen der Unterricht während der Bau- und Sanierungsphase stattfinden wird. Mitte 2009 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Sowohl während der Baumaßnahmen als auch im Zuge der anfallenden Arbeiten beim Betrieb, will Hochtief „wie bei seinen bisherigen Projekten“ den lokalen und regionalen Mittelstand und das Handwerk einbinden.
Das Portfolio von Hochtief PPP Solutions im Bildungsbereich umfasst den Angaben zufolge nach der jüngsten Beauftragung nunmehr 86 Schulen in Deutschland, Großbritannien und Irland für insgesamt etwa 57.000 Schüler. |